aiSee ist eine Weiterentwicklung der Graphvisualisierungssoftware VCG (kurz für „Visualisierung von Compiler-Graphen“). Die Arbeit am VCG begann 1991 im Rahmen einer Diplomarbeit am Lehrstuhl für Übersetzerbau und Programmiersprachen an der Universität des Saarlandes. Ziel war die Entwicklung eines Programms zur Visualisierung von Syntaxbäumen, um das Verständ­nis interner Datenstrukturen von Übersetzern zu erleichtern.

Es wurde schnell klar, daß ein solches Graph-Layout-Programm sehr effektiv im Übersetzerbau eingesetzt werden konnte, z.B. zum Debuggen von Übersetzern. Die Arbeit an VCG wurde ver­stärkt, die Software wurde neu entworfen, stark erweitert und re-implementiert.

VCG gewann die internationalen Graphvisualisierungswettbewerbe

1994 und 1995 wurden zwei Versionen des VCG unter der „GNU Public License“ veröffentlicht. Diese Versionen waren allerdings in ihrer Funktionalität eingeschränkt; die Quelldateien waren teilweise verschlüsselt. Die letzte veröffentlichte Version war VCG 1.3. Die Umsetzung für Windows3.1 (die den Namen „VCG 1.4 MS alpha“ trug) wurde nur binär vertrieben.

Die Verschlüsselung der Quelldateien und die Binärcodierung widersprachen den Grundsätzen der GNU-Lizenz. Das verhinderte eine Weiterentwicklung des VCG außerhalb der Universität des Saarlandes.

Die Arbeit an der Universität-internen Version des VCG wurde 1996 eingestellt.

Im Januar 2000 hat AbsInt Angewandte Informatik GmbH die nicht-öffentliche Version des VCG von der Universität des Saarlandes zur kommerziellen Nutzung lizensiert.

Die Produktentwicklung wurde von AbsInt neu aufgenommen. aiSee ist seit Februar 2000 erhält­lich und erfreut sich großer Beliebtheit bei tausenden von Anwendern weltweit. Seine Nutzung zu nichtkommerziellen Zwecken ist nach wie vor völlig kostenlos.

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