aiT berechnet automatisch korrekte und enge Schranken
für die Ausführungszeiten von Tasks in einem Echtzeitsystem im schlimmsten Fall.
Es analysiert unmittelbar die ausführbaren Binärdateien des Systems und
berücksichtigt dessen Cache- und Pipeline-Verhalten.
Die Herausforderung
Damit ein Echtzeitsystem stets korrekt funktioniert, muß
sichergestellt werden, daß alle Tasks innerhalb von fest vorgegebenen Zeiten
beendet werden. Viele Systeme sind sicherheitskritisch, wie z.B. Fly-by-Wire
in Flugzeugen, ABS-, Airbag- oder Motorsteuerung in modernen Automobilen.
Ein Ausfall eines solchen Systems kann fatale Folgen haben. Es ist also
unerläßlich, die Laufzeit der Tasks im schlimmsten Fall
(engl. Worst-Case Execution Time, oder kurz WCET) genau zu kennen.
Die Laufzeitberechnung stellt jedoch eine Herausforderung dar:
- Moderne Prozessorkomponenten wie Caches
und Pipelines machen die Laufzeitvorhersage sehr komplex.
Die Ausführungszeit einer Instruktion ist nunmehr abhängig
von der vorangegangenen Programmausführung und kann
stark schwanken.
- Schaltet man Instruktions- und Datencaches aus,
um die Laufzeitberechnung zu vereinfachen, so führt dies zu einem
drastischen Verlust an Performance. Die Leistung des
Prozessors bricht laut einer EADS-Studie um bis zu 97% ein.
- Analysemethoden, die das Cache- und Pipelineverhalten
des Prozessors gar nicht erst berücksichtigen, liefern viel zu hohe
Laufzeitschranken. Die Folge ist eine Verschwendung von
Hardware-Ressourcen.
- Test- und Meßverfahren schließlich sind inhärent
unsicher. Typischerweise ist es unpraktikabel — oder gar unmöglich —,
das System mit allen denkbaren Eingaben zu testen. Somit kann nicht garantiert
werden, daß das tatsächliche Worst-Case-Szenario überhaupt gemessen wurde.
Die aiT-WCET-Analysatoren bieten Ihnen die Lösung all dieser
Probleme. aiT analysiert statisch das Cache- und Pipeline-Verhalten der
Tasks in Ihrer Software und berechnet automatisch korrekte und enge
obere Schranken für die Laufzeit.
Ihre Vorteile
- Die von aiT berechneten engen Schranken
spiegeln die tatsächliche Performance Ihres Systems wider. Das ermöglicht
eine bessere Hardware-Auslastung — ohne Kompromisse bei der
Sicherheit.
- Die aiT-Analyseergebnisse sind für
alle Eingaben und alle Ausführungsszenarien gültig. Die Berechnung
läuft vollautomatisch; es ist nicht erforderlich, die
schlimmstmöglichen Eingaben manuell herauszufinden. Die verbreiteten,
aber fehlerträchtigen und zeitraubenden Meßverfahren können
verkürzt oder ersetzt werden. Das erhöht die Sicherheit,
spart Zeit und senkt Systemkosten.
- aiT analysiert Binärdateien und ist
daher weitgehend unabhängig von der verwendeten Programmiersprache und
dem eingesetzten Compiler. Sie müssen also keine Änderungen
an Ihrer Software oder an Ihren Produktionsabläufen vornehmen.
aiT wurde in Zusammenarbeit mit
Airbus France im Rahmen des IST-Projekts “DAEDALUS” entwickelt.
Die erzielten Ergebnisse auf dem Gebiet der WCET-Analyse und die
Verbesserungen des AbsInt-Tools gehören zu den wichtigsten Erfolgen
des DAEDALUS-Projektes, sowohl vom technischen, als auch vom industriellen
Standpunkt aus gesehen. <…> aiT ist wahrscheinlich das beste
seiner Art in der Welt, und wir können diese Ergebnisse als einen
Durchbruch ansehen.
DAEDALUS-Abschlußbericht
Informationen in Englisch
Medienberichte
- “Reagiert die Elektronik in Autos immer rechtzeitig?
EU-Projekt Predator erforscht die Zeit-Analyse sicherheitskritischer Systeme”
heise online, 30. Januar 2008.
- ComputerClub 2, Sendung vom 7. Januar 2008
“Echtzeitanalyse ist ein spannendes Thema”
Interview mit AbsInt-Mitbegründer und -Gesellschafter Prof. Dr. Reinhard Wilhelm.
- “Projekt Zukunft: 50 Innovationen, um die uns die Welt beneidet”
WirtschaftsWoche Nr. 043 vom 22. Oktober 2007, Seite 181.
- “Software für den Airbus”
Fernsehbeitrag des Saarländischen Rundfunks, Aktueller Bericht vom 15. Oktober 2007.
- “Sicher, nicht träge!”
elektroniknet.de, Januar 2007
- “Ein Europäer in Paris — Luftfahrtmessen-Premiere des Airbus A380”
c’t — Magazin für Computertechnik, Ausgabe 14/2005, Seite 62.
- “Airbus fliegt mit saarländischer Technik”
Fernsehbeitrag des Saarländischen Rundfunks, Aktueller Bericht vom 27. April 2005.
- “Airbus A 380 startet zum Jungfernflug mit Technik aus Saarbrücken”
Zeit.de, 12. April 2005.
- “Starthilfe für den Super-Airbus”
Saarbrücker Zeitung Nr. 79 vom 6. April 2005, Seite D4.
- “Saarbrücker Informatiker machen Elektronik im Auto sicherer”
IDW online, 17. Januar 2005.
- “Saar-Informatiker auf Höhenflug — Wissenschaftspreis
IST der Europäischen Union für das Hightech-Unternehmen AbsInt aus Saarbrücken”
Saarbrücker Zeitung vom 8. Oktober 2003.